Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

„Wo es weh tut“

Lk 9,43b-45 • Alle Leute staunten über das, was Jesus tat; er aber sagte zu seinen Jüngern: Behaltet diese Worte in euren Ohren: Der Menschensohn wird nämlich in die Hände von Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, sodass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.

Gott sei Dank sind die Evangelien keineswegs zurückhaltend, wenn es darum geht, die menschliche Zerbrechlichkeit der Apostel zu offenbaren. Wie nah fühlen wir uns ihnen, wenn wir von ihren Ängsten bei der Ankündigung der Leiden des Erlösers erfahren!

Der Menschensohn wird nämlich in die Hände von Menschen ausgeliefert werden. Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, sodass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.

Es sind in der Tat dunkle Worte. Und noch düsterer ist die Landschaft, auf die diese Worte hinweisen. Es ist beängstigend zu fragen.

Und doch ist es, wie die Apostel selbst wussten, dieser dunkle Bereich, den man durchqueren muss, um in den Himmel zu gelangen. In diesem Dorf der Finsternis gibt es keinen anderen Weg als Christus selbst und den gekreuzigten Christus.

„Wo bist du, Herr?“, fragte ein Mensch, der behauptete, sein eigener Herr zu sein, Jesus. „Ich bin da, wo es weh tut“, antwortete der Herr, „wo man nichts sieht und nichts weiß, wo alle Wege enden und es keinen anderen Weg gibt als mich.“

Nur wenige gehen dorthin, nur wenige suchen Jesus „dort, wo es weh tut“. Doch wer sich nicht in diese Schatten wagt, wird nicht geläutert, und wer nicht geläutert ist, wird den Himmel nicht erreichen.

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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