Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Wir sterben nicht, wir werden geboren

Lk 21,29-33 • Und Jesus sagte ihnen ein Gleichnis: Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an: Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben, erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist. So erkennt auch ihr, wenn ihr das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Vor seiner Passion verglich Jesus die Erlösung des Menschen mit einer lang ersehnten und schmerzhaften Geburt: Wenn die Frau gebären soll, hat sie Trauer, weil ihre Stunde gekommen ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist (Joh 16,21). Der heilige Paulus verwendet in seinem Brief an die Römer das gleiche Bild: Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt (Röm 8,22).

So erkennt auch ihr, wenn ihr das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist. Der Verfall alles Irdischen, die Enttäuschung der Geschöpfe, Versagen, Krankheit, Schmerz, Enttäuschung, Alter… All diese Schatten kündigen nur die Ankunft des Lichts an. Wenn wir leiden, richten wir unseren Blick nicht auf unsere Leiden, so groß sie auch sein mögen; wir lassen uns vom Glauben erleuchten und schauen über sie hinaus. Dann erkennen wir, dass wir nicht sterben, sondern geboren werden, und so werden wir inmitten des Schmerzes mit Freude erfüllt. Es gibt viel Licht am Ende des Tunnels; viel Leben jenseits des Todes; viel Freude in den Tiefen der Traurigkeit.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

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