Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Wer ist „einer von uns“?

Mk 9,38-43.45.47-48 • Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen eine Machttat vollbringt, kann so leicht schlecht von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. Wer einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde. Wenn dir deine Hand Ärgernis gibt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer. Und wenn dir dein Fuß Ärgernis gibt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, lahm in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden. Und wenn dir dein Auge Ärgernis gibt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.

Die erste Krise in der Kirche betraf den Schinken aus Eichelmast. Das Gesetz des Moses verbot den Juden unter anderem, Schweinefleisch zu essen. Doch eines schönen Tages, zur Zeit des Aperitifs, zeigte Gott Petrus in einer Vision ein Brett mit iberischen Wurstwaren aus Guijuelo und sagte zu ihm: „Iss.“ Simon wusste, dass das Heil von nun an nicht mehr auf Israel beschränkt war, sondern allen Menschen zuteil werden würde. Aber nicht jeder hat das gleich gut verstanden.

Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.

Schon damals hatten die Apostel deutliche Signale gesetzt. Aber sie ließen sich vom Geist durchdringen, und ihre Herzen wurden geöffnet, bis sie „katholisch“, universal wurden.

Heute werden die Grenzen nicht nach Schinken, sondern nach Ideologien gezogen: „Der ist ein Linker“, „Der wählt die Populisten“. Damit wollen wir sagen: „Die gehören nicht zu uns“, und uns vor ihnen schützen.

Aber auch hier liegen wir falsch. Jeder ist „einer von uns“. Manche wissen es einfach nicht. Und wir haben den Auftrag, auf sie zuzugehen und ihnen zu verkünden, dass Gott sie liebt, dass sie „einer von uns“ sind.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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