Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Warum? Wozu?

Mk 6,34-44 • Als Jesus ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange. Gegen Abend kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen und es ist schon spät. Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können! Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Sollen wir weggehen, für zweihundert Denare Brot kaufen und es ihnen zu essen geben? Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und berichteten: Fünf Brote und außerdem zwei Fische. Dann befahl er ihnen, sie sollten sich in Mahlgemeinschaften im grünen Gras lagern. Und sie ließen sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig nieder. Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen. Und alle aßen und wurden satt. Und sie hoben Brocken auf, zwölf Körbe voll, und Reste von den Fischen. Es waren fünftausend Männer, die von den Broten gegessen hatten.

Seit dem 25. Dezember letzten Jahres sollte nur eine Nachricht die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen: Gott hat uns seinen Sohn geschenkt.

Der gute Forscher fragt sich angesichts der Nachricht nach dem Warum und dem Wozu: Warum ist es passiert, was war die Absicht des Autors, wozu hat er es getan?

Die erste Frage beantwortet der heilige Johannes: Darin offenbarte sich die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat (1 Joh 4,9). Gott hat mir seinen Sohn geschickt, weil er mich liebt. Wenn ich weitergehen und Gott fragen will: „Warum liebst du mich?“, stoße ich auf einen Abgrund, vor dem ich nur erschaudern kann; ich kann ihn nicht ausloten. „Ich liebe dich, weil ich dich liebe.“

Die zweite Frage wird vom heiligen Markus beantwortet: Er sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie diese an die Leute austeilten. Gott hat mir seinen Sohn gesandt, um mich zu ernähren und um andere zu ernähren. Ich kann ihn nicht empfangen, ohne ihn zu geben; ich kann Christus nicht essen, ohne ihn zu geben. Und meine Art, Christus zu geben, besteht darin, Christus zu sein und mich essen zu lassen.

In Bethlehem, dem „Haus des Brotes“, sind wir Christen die Diener der Menschheit.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

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