Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Warum der Wein wichtig ist

Lk 5,33-39 • Sie sagten zu ihm: Die Jünger des Johannes fasten und beten viel, ebenso die der Pharisäer; deine Jünger aber essen und trinken. Jesus erwiderte ihnen: Könnt ihr denn die Hochzeitsgäste fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam weggenommen sein; dann, in jenen Tagen, werden sie fasten. Er erzählte ihnen aber auch ein Gleichnis: Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Gewand ab und setzt es auf ein altes Gewand. Sonst würde ja das neue Gewand zerschnitten und zu dem alten würde das Stück von dem neuen nicht passen. Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche. Sonst würde ja der junge Wein die Schläuche zerreißen; er läuft aus und die Schläuche sind unbrauchbar. Sondern: Jungen Wein muss man in neue Schläuche füllen. Und niemand, der alten Wein trinkt, will jungen; denn er sagt: Der alte ist bekömmlich.

Der Wein spielt in der Heiligen Schrift und im Leben der Kirche eine große Rolle. Wir Katholiken lieben die Mäßigung, aber wir verschmähen den guten Wein nicht. Der heilige Petrus Damian, einer der Heiligen, der am strengsten gefastet hat, beklagt sich in einem Brief an den Mönch Hildebrand über den schlechten Wein, der ihm in Frankreich, einem Land mit hervorragenden Weinbergen, gereicht wurde.

In der Bibel symbolisiert der Wein, der das Herz des Menschen erfreut (Ps 104,15), die Freude, die Gott seinen Kindern schenkt. Und im öffentlichen Leben Jesu ist der Wein sehr präsent, von der Hochzeit zu Kana bis zur Ankündigung des neuen Weins, den er mit den Seinen im Reich Gottes trinken wird.

Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche… Jungen Wein muss man in neue Schläuche füllen. Der alte Wein ist das Gesetz: Er geht von außen nach innen; er dringt durch den Mund ein und erfreut das Herz. Der neue Wein aber ist die Gnade: eine innere Freude, die als Lobpreis über die Lippen kommt.

Und das wollen wir uns behalten: die Freude, die wir erleben sollten, wenn wir zur Kommunion gehen und die Gnade Gottes in unseren Seelen schmecken. Sie sollte sich in unseren Gesichtern widerspiegeln; das Lächeln ist der Name des neuen Weinschlauches.

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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