Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Wahre Großzügigkeit

Lk 14,12-14 • Dann sagte Jesus zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich wieder ein und dir ist es vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Großzügigkeit ist Geben, ohne etwas dafür zurück zu erwarten. Ein heiliger Priester erklärte es einer alten Dame sehr gut. Sie wollte ihn dafür bezahlen, dass er ihr die Heilige Kommunion gespendet hatte, als sie krank war. Der Priester sagte: „Bitte, nicht. Bitte geben Sie mir kein Geld. Jesus soll mich stattdessen entlohnen“, und mit einem Lächeln fügte er hinzu: „Er ist reich. Er zahlt viel mehr!“ Großzügige Menschen wissen, wie man Liebe, Verständnis, Dank oder materielle Hilfe gibt, ohne jemals darum zu bitten, geliebt, verstanden, bedient zu werden oder Dank zu erhalten. Sie geben und vergessen, dass sie gegeben haben. Sie denken nie darüber nach, was sie bekommen könnten, sondern vielmehr darüber, was sie geben könnten. Und je mehr sie geben, desto glücklicher sind sie und desto näher ist Gott bei ihnen. Wer gegenüber anderen großzügig ist, kann auch gegenüber Gott großzügig sein. Die Liebe ist der Grund zum Geben und sie ist auch der Lohn dafür. Wir geben aus Liebe; wir geben, weil wir lieben; was auch immer wir geben, es ist immer Liebe, die wir geben.

Die Freude der Liebenden ist die Liebe. Die Freude des großzügigen Gebers ist es, zu geben. Sie fragen sich immer, was sie sonst noch geben könnten. „Wenn Gott sich selbst ganz hingegeben hat“, so argumentieren sie, „warum sollte ich mich nicht auch ganz hingeben?“ Sie wollen „alles“ geben und Gott wird ihnen dafür „alles“ zurückzahlen. Bischof Eijo y Garay führte mit dem seligen Alvaro vor dessen Priesterweihe ein Gespräch. Alvaro del Portillo war einer der brillantesten Studenten seiner Universität; er hatte große intellektuelle Talente und ein enormes berufliches Ansehen als Ingenieur. Der Bischof fragte ihn: „Aber, Alvaro, weißt du, dass du deine ‚Persönlichkeit‘ verlieren wirst? Du wirst von einem angesehenen Ingenieur zu einem Priester unter vielen werden.“ „Wissen Sie, Eure Exzellenz“, antwortete der selige Alvaro, „dass ich unserem Herrn vor vielen Jahren meine ‚Persönlichkeit‘ gegeben habe.“ Er hatte kein Geld oder Besitz zu geben, aber er konnte seine Karriere, sein Ansehen, seine Persönlichkeit geben! Wenn du Gott gibst … dann gibst du einfach alles.

Maria, du großzügigste Mutter, lehre mich zu geben, ohne die Kosten durchzurechnen.

George Boronat
ipraywiththegospel.org
(übersetzt aus dem Englischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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