Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Von ganzem Herzen vergeben

Ich habe Menschen kennen gelernt, die während der Messe ihre Lippen zusammenpressen, wenn beim Vater unser die Stelle kommt: „wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“.

„Ich kann nicht vergeben, Vater.“ – „Möchtest du vergeben?“ – „Ja, das tue ich.“ – „Kannst du für den beten, der du beleidigt hast?“ – „Es fällt mir schwer, aber ich kann es.“ – „Und kannst du nicht verzeihen?“ – „In meinem Herzen kann ich das nicht.“

Ich kopiere diesen Dialog, weil er häufig geführt wird. Und ich versichere dir, dass es gute Menschen sind, die sich so beklagen. Wie können sie sich nicht beklagen, wenn das Ende des heutigen Evangeliums so schrecklich klar ist!

Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Peinigern, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn nicht jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.

Das „von Herzen ist das, was uns weh tut. Weil es die Grenze unserer Hilflosigkeit anzeigt. Wir können verzeihen wollen, wir können für diejenigen beten, die uns beleidigt haben, und sie sogar gut behandeln. Aber „von Herzen zu vergeben… das schaffen wir nicht. Was können wir tun?

Das, was die Heiligen getan haben. Heften wir unser Herz ans Kreuz und vergeben wir mit dem Herzen Christi, das am Holz des Kreuzes durchbohrt wurde. Dort hat er uns sein Herz geschenkt, damit wir mit ihm jene lieben, die wir nicht lieben können, und jenen vergeben, denen wir nicht vergeben können.

 

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

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