Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Verzicht

Mk 1,14-20 • Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

Eine der schlimmsten Krankheiten unserer Gesellschaft – und insbesondere unserer Jugend – ist, dass sie die „Askese des Verzichts“ vergessen hat. Warum sollte man auf irgendetwas verzichten, wenn die Technologie es einem ermöglicht, in Australien zu sein, ohne die Couch zu verlassen? Wird sie es mir auch ermöglichen, ein Heiliger zu sein, ohne auf die Annehmlichkeiten dieses Lebens zu verzichten?

Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nachSie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach. Das wäre doch nicht nötig gewesen! Heute kannst du über WhatsApp chatten, mit wem du willst, während du deine Netzwerke checkst. Und du kannst dein Unternehmen sogar von deinem Handy aus leiten, während du in der Messe bist. Du musst nicht verzichten! …. Aber die Priesterseminare werden immer leerer.

Es wird jedoch nicht ausreichen, die „Askese des Verzichts“ wiederzuerlangen. Solange es keinen triftigen Grund gibt, auf etwas zu verzichten, wird kein junger Mann, der süchtig nach seinem Mobiltelefon ist, etwas aufgeben.

Kommt her, mir nach… Die „Askese des Verzichts“ braucht heute mehr denn je die „Mystik der Begegnung“. Christus sagt dir nicht zuerst: „Verzichte auf alles“, sondern „Ich bin dein Erbteil“. Und für dieses Erbe lohnt sich jeder Verzicht. Solange wir den technischen Menschen nicht dazu bringen, sich in Christus zu verlieben, sollten wir von ihm keine Opfer erwarten.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

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