Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Tage, die Monate dauern sollten

Mt 13,16-17 • Eure Augen aber sind selig, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. Denn, amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Heute ist einer dieser Tage, die Monate dauern sollten. Welches Kind genießt nicht die Gesellschaft seiner Großeltern! Und das Fest von Joachim und Anna, den Eltern der Gottesmutter, macht uns alle zu Kindern.

Die Dinge haben sich geändert. In vielen Familien haben die endlosen Arbeitstage der Eltern die Großeltern zu Eltern gemacht. Aber das ist ein Chaos. Es ist nicht die Aufgabe der Großeltern, die Enkelkinder zu erziehen, sondern im Gegenteil. Großeltern sind von Gott dazu bestimmt, die Enkelkinder zu verwöhnen: ihnen das zu geben, was ihre Eltern ihnen verweigern, und sie tun zu lassen, was ihre Eltern ihnen verbieten. Dann kommen Mama und Papa, um alles in Ordnung zu bringen und die Oma zu schelten, weil sie das Kind im Bett herumhüpfen lässt und ihm zuckerhaltige Süßigkeiten gibt. Aber die schöne Zeit, die der Kleine mit den Großeltern hatte, kann ihm niemand mehr nehmen.

Heute möchte ich verwöhnt werden. Ich werde um Süßigkeiten bitten, ich werde auf die Betten klettern und in den Armen meiner Großeltern liegen, die mich so sehr verwöhnen. Morgen wird es Zeit sein, in die Wüste zurückzukehren. Aber heute … Es gibt Tage, die Monate dauern sollten.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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