Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Stelle eine Wache vor meinen Mund

Joh 12,44-50 • Jesus aber rief aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um die Welt zu retten. Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Jüngsten Tag. Denn ich habe nicht von mir aus gesprochen, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

Der Mund des Menschen ist eine Höhle. Und wenn du eine Wache am Eingang aufstellst, wirst du sehen, wie der, der darin wohnt, durch den Eingang hinausgeht.

Herr, stelle eine Wache vor meinen Mund, behüte das Tor meiner Lippen (Ps 141,3). Im Herzen des Christen leben das Lamm und das wilde Tier oft Seite an Seite. Wenn der Wächter einschläft, bricht das wilde Tier durch und kommt durch den Mund aus der Höhle, um Zerstörung zu säen.

Erst wenn das Lamm vom Herzen Besitz ergriffen hat, kann der Mensch sprechen, ohne seine Worte zu messen, denn der, den Gott gesandt hat, spricht die Worte Gottes (Joh 3,34). Wenn der Heilige den Mund aufmacht, kommt Christus zum Vorschein.

Aber bis das Tier besiegt ist, bitte deinen Schutzengel, vor deinen Lippen zu wachen und dich zu warnen, wenn Böses aus ihnen herauszukommen droht. Es ist Zeit, zu schweigen und zu beten.

Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat. Hoffentlich kannst auch du eines Tages sagen: „Was ich sage, sage ich, weil Christus mich beauftragt hat, es zu sagen.“ Aber bis es soweit ist, sei bitte auf der Hut. Mit dem gereizten Wort kann man viel Unheil anrichten.

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.