Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Schatzsucher

Mt 13,44-46 •  In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.

Zu entdecken, was offensichtlich ist, hat keinen Wert. Was das Leben interessant macht, ist die Suche nach dem, was verborgen ist. Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war.

Viele Menschen langweilen sich in der Messe. Andere beten aus Pflichtgefühl, und ihre Gebetszeit wird ihnen lang. Es reicht nicht aus, den gelassenen Körper in die Kirche zu bewegen oder dort Platz zu nehmen. Die Freuden der Liebe sind nicht sichtbar; man muss sie suchen, und wer sie sucht, freut sich sehr, wenn er sie findet.

Es reicht nicht aus, vor dem Tabernakel zu sein. Wie der Schatzsucher den Boden durchgräbt, so muss man mit dem Blick des Glaubens die Wände des Tabernakels und die Brotgestalt der eucharistischen Gabe durchdringen, um jenen Leib zu finden, der das Zentrum des Kosmos und der Seele ist.

Es reicht nicht aus, sich hinzusetzen. Es ist notwendig, sich zu besinnen, in die Tiefen des Seelenfeldes zu gehen, bis man dort seinen süßen Gast findet.

Wer so sucht, der findet. Und dann wird er alles, was er hat, verkaufen und den Acker kaufen, auf dem Christus verborgen ist. Nun will er nicht mehr, dass ihn etwas von ihm ablenkt.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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