Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Patriotismus

Mt 20,20-28 • Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus, fiel vor ihm nieder und bat ihn um etwas. Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen! Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da antwortete er ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die es mein Vater bestimmt hat. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Großen ihre Vollmacht gegen sie gebrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Wie der Menschensohn nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Heute feiern wir den heiligen Jakobus, den Schutzpatron Spaniens, und es ist ein guter Tag, um über unseren Patriotismus nachzudenken.

Patriotismus ist eine Tugend, denn er ist Liebe, Liebe zum Land. Aber die Liebe muss, um eine Tugend zu sein, geläutert werden.

„Spanien ist in einem schrecklichen Zustand. Unsere Politiker machen das Land heidnisch. Sie sind korrupt und egoistisch, sie ziehen ihr eigenes Ding durch. Sie wollen jede Spur von Religion beseitigen und fördern perverse Lehren, die die Bürger verderben.“ Diese Botschaft wird von vielen Christen verkündet. Sie stellen sich über andere, setzen sich selbst als Richter ein und sind am Ende voller Zorn. Spanien ist ein wenig schlechter dran, nachdem es sie gehört hat.

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Ich schlage dir einen anderen Patriotismus und eine andere Botschaft vor: „Spanien ist wegen meiner Sünden schlechter dran. Wenn ich ein Heiliger wäre und von Christus sprechen würde, würde sich die Atmosphäre um mich herum verändern, und mehr Menschen würden den Herrn lieben. Diese wiederum würden ihn anderen verkünden, und nach einer Weile hätten wir ein christliches Spanien mit christlichen Führern. Spanien wird besser dran sein, wenn ich der letzte bin und Spanien das gebe, was es braucht: einen Heiligen.“ (Es ist leicht, dies auf das eigene Land anzuwenden.)

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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