Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Mach das Licht aus, damit es leuchtet

Mt 5,13-19 • Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen. Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

„Herrlichkeit“ bedeutet Helligkeit; die „Herrlichkeit Gottes“ ist die Helligkeit Gottes. Sie bleibt auf dem Gesicht haften, wie die Sonnenstrahlen auf dem Mond. Als Mose mit Gott sprach, leuchtete sein Gesicht in einer geliehenen Herrlichkeit. Jesus nennt seine Jünger das Licht der Welt, weil er in ihnen weiterleuchten und die Dunkelheit erhellen will. Der Christ, der im Gebet von Angesicht zu Angesicht mit Jesus durch den Glauben spricht, muss in seinem Leben die Leuchtkraft Christi tragen. Und so sollte er, von Gott erleuchtet, denen, die nicht glauben, entgegenkommen und sie erhellen.

Es gibt viele, die gerne mit ihren guten Taten prahlen wollen. Sie leuchten mit ihrem eigenen Licht, das in der Regel nicht besonders effizient ist. Sie wollen nicht erleuchten, sie wollen blenden. Aber Jesus hat nicht gesagt, sie sollen eure guten Taten sehen und „eine Straße nach euch benennen“, sondern sie sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen. Das ist etwas anderes. Er zieht es vor, dass wir ausgelöscht werden, damit wir in seinem Licht baden können und damit diejenigen, die uns sehen, auch leuchten und Gott preisen können. Seine Herrlichkeit ist keine Einbahnstraße: Er leuchtet auf uns, und wir leuchten für ihn, nicht für die Welt. In diesem Empfangen und Geben von Gott an die anderen und der anderen an Gott… Wie sehr freut sich da die Seele!

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.