Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Lass niemals zu…

Joh 10,27-30 • Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

Jeder, der den Herrn kennen und lieben gelernt hat, ist entsetzt über die Aussicht, auch nur eine Minute seines Lebens ohne ihn zu verbringen. Diejenigen, die ihn nicht kennen, fliehen vor ihm, weil sie fürchten, dass Jesus ihnen die Freiheit und das Leben nimmt. Arme Menschen! Sie haben nicht verstanden, dass er die Freiheit und das Leben ist.

Bevor der Priester die Kommunion empfängt, spricht er mit leiser Stimme ein Gebet aus dem Messbuch, das mit den Worten endet: „Und lass nicht zu, dass ich jemals von dir getrennt sein.“ Mit welcher Inbrunst spricht der Priester dieses Gebet! Er weiß, dass ohne Christus alles Tod ist; mit ihm aber ist alles – sogar der Tod – Leben.

Und doch ist diese Vereinigung mit Christus alles andere als friedlich. Sie wird ständig von den Winden des Lebens bedroht: Schwierigkeiten, Sorgen, Stürme, materielle Nöte, Versuchungen aller Art… Auch wenn wir Jesus umarmen, können wir den Schwindel der Gefahr, ihn loszulassen oder von seiner Seite weggerissen zu werden, nicht vermeiden. Wie tröstlich sind dann die Worte, mit denen Christus, der gute Hirte, auf seine Schafe verweist!

Niemand wird sie meiner Hand entreißen. Niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Möge es so sein, Herr. Lass niemals zu, dass irgendetwas oder irgendjemand mich von dir trennt!

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.