Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Kommt, betet an!

Joh 18,1 – 19,42 • Sie übernahmen Jesus. Und er selbst trug das Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, die auf Hebräisch Golgota heißt. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte aber Jesus. Pilatus ließ auch eine Tafel anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. … Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben. Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. … Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, da Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß voll Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist. (Auszug aus der Passion)

Gott stirbt.

Ich schließe meine Augen und denke, dass alles anders hätte sein sollen, dass dieses Verbrechen niemals hätte begangen werden dürfen. Die Ankunft des göttlichen Wortes, gekleidet in unser eigenes Fleisch, in dieser verdorbenen Welt, hätte uns eigentlich überwältigen müssen. Ich träume von einem anderen Universum: von einem, in dem wir Menschen uns beim Besuch des Gesalbten bekehren, ihn anbeten und uns mit seinem Gehorsam vereinen, um nur durch die Liebe erlöst zu werden, ohne Blut, ohne Tod, ohne Schmach. Aber ich träume.

Ich öffne meine Augen und sehe, dass auf dem Kalvarienberg ein Baum gewachsen ist. An diesem Baum hängt eine göttliche Frucht… Seine Zweige bieten uns das Leben des Sohnes Gottes, das für uns gegeben wurde. Wir haben ihn geschmäht, bespuckt, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und an ein Kreuz genagelt. All unsere Sünden fielen auf ihn. Und er hat uns von diesem Baum aus sein Leben geschenkt.

Es gibt wieder das Paradies auf Erden. Wir nähern uns Golgota, um die Frucht des Baumes des Lebens zu holen. Wir trinken aus seiner geöffneten Seite, wir essen seinen hingegebenen Leib, und unsere Seelen werden vom Himmel erfüllt.

Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen. Kommt, lasst uns anbeten.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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