Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Immer das Gute

Mt 5,33-37 • Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs! Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.

Der Herr wies unmissverständlich auf die Gefahr hin, unsere Zunge nicht im Zaum zu halten. Es geht nicht darum, die Grenzlinie zwischen Vulgarität, unhöflichen Worten und Gotteslästerung auszuloten. Ein paar Kapitel später bezieht sich Matthäus auf andere kraftvolle Worte Jesu: „Ich sage euch: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, werden sie am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müssen“ (Mt 12,36). Die Lehre ist klar: „Was du nicht vor dem Thron Gottes sagen würdest, sag nicht.“ Denn wir befinden uns in der Tat ständig vor Gott.

Der Apostel Jakobus erklärte in seinem Brief anhand eines Beispiels, wie wichtig es ist, die Zunge im Zaum zu halten: „Siehe, auch die Schiffe: Sie sind groß und werden von starken Winden getrieben und doch lenkt sie der Steuermann mit einem sehr kleinen Steuer, wohin er will. So ist auch die Zunge nur ein kleines Körperglied und rühmt sich großer Dinge. Und siehe, wie klein kann ein Feuer sein, das einen großen Wald in Brand steckt“ (Jak 3,4-5). Das ist die erste Botschaft des heutigen Evangeliums: sorgfältig zu überlegen, was wir sagen, bevor wir es sagen.

Aber es gibt noch einen zweiten Punkt. Was ist mit „denen“, die schimpfen und sogar fluchen, und das in unserer Gegenwart? Ihnen müssen wir mit Nächstenliebe helfen. Als der hl. Johannes Bosco etwa neun Jahre alt war, hatte er einen Traum. Er befand sich in einem Hof voller armer Jungen, die lästerten und fluchten. Um sie davon abzuhalten, „diese bösen Worte“ zu sagen, lief Johannes auf sie zu und begann, mit seinen Fäusten auf sie einzuschlagen. Aber er wurde von einem Mann in einem weißen Umhang daran gehindert. Das Gesicht dieses Mannes strahlte so hell, dass der junge Johannes ihn kaum ansehen konnte. Der Mann sagte zu ihm: „Du wirst diese deine Freunde nicht durch Schläge, sondern durch Sanftmut und Liebe gewinnen müssen … Ich möchte, dass du ihnen die Hässlichkeit der Sünde vor Augen führst.“

Wenn Menschen schlechte Worte sagen, können wir nicht einfach schweigen. Maria, du kluge Jungfrau, hilf mir, meine Zunge im Zaum zu halten, und lehre mich, einen Weg zu finden, anderen zu helfen, es auch zu tun.

George Boronat
ipraywiththegospel.org
(übersetzt aus dem Englischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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