Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Horizonte eröffnen

Lk 9,7-9 • Der Tetrarch Herodes hörte von allem, was geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden. Andere meinten: Elija ist erschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Herodes aber sagte: Johannes habe ich enthaupten lassen. Wer aber ist dieser, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn zu sehen.

In dieser Welt gibt es Menschen, die Horizonte öffnen. Und es gibt aber auch Menschen, die sich angesichts des neu eröffneten Horizonts lieber abwenden und in ihre Hütten zurückziehen.

Der Sohn Gottes ist gekommen, um Horizonte zu öffnen. Er durchbrach die Pläne und löste Verwirrung aus: Der Tetrarch Herodes hörte von allem, was geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Wenn nur dein Leben auch Schemata durchbrechen, Verwirrung auslösen, Fragen provozieren würde … Obwohl dies nicht den Erfolg deines Apostolats garantieren würde.

Nikodemus zum Beispiel stand zunächst ratlos vor dem Geheimnis Christi. Er konnte es sich nicht erklären, aber er war auch nicht bereit, es zurückzuweisen. Er stand wie gebannt da, wie jemand, der über den Rand einer Klippe blickt, überwältigt von der Tiefe der Landschaft und dem Tosen der Wellen. Schließlich sprang er an einem Karfreitagabend kopfüber ins Meer, um diesen wunderbaren Horizont zu erreichen.

Angesichts desselben Geheimnisses schnaubte Herodes, tat die Angelegenheit mit Spötteleien ab und kehrte in seine Hütte zurück, um vor Empörung zu sterben. Wie schade, dass einige, die das ewige Leben vor sich haben, es vorziehen, die Worte des heiligen Petrus zu erfüllen: Der Hund kehrt zurück zu dem, was er erbrochen hat (2 Petr 2,22)!

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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