Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Himmlisches Netz

Mt 13,47-52 • Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja. Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

Die Kirche arbeitet wie ein riesiges Netz, das ins Meer geworfen wird und alle Arten von Fischen einfängt. Sie wurde Fischern anvertraut, und diesen wurde aufgetragen, hinzugehen und „alle“ Menschen einzufangen. Sie sollten nicht auswählen, sondern wie ein Netz so viel fischen, wie sie nur konnten: Gerechte und Sünder, Kluge und Ignoranten, Juden und Heiden, Freie und Sklaven, Reiche und Arme, Starke und Schwache … jeden! Die Kirche ist nicht die Kirche der Reichen oder die Kirche der Armen, sondern die Kirche der ganzen Menschheit. Jeder hat eine Seele, die gerettet werden und zu Jesus zurückgebracht werden muss.

Der Apostel kann nicht pedantisch sein, wenn es darum geht, die Menschen auszuwählen, die er an das Ufer bringen will, wo Jesus wartet. Der Auftrag war klar formuliert: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung – also jedem! Der Auftrag der Jünger Jesu ist es, alle Menschen zu retten, und nicht, sie zu richten. Wie die hl. Mutter Teresa sagte: Wenn wir unsere Zeit damit vergeuden, sie zu richten, dann „haben wir keine Zeit, sie zu lieben“.

Die Christen sind wie Fasern, die eingewoben sind in das Netz der Kirche: alle miteinander vereint sammeln wir Seelen für Gott. Zusammen sind wir das Netz. Die hl. Mutter Teresa erhielt einmal einen Brief von einem Mann, der ihr schrieb, dass er geplant hatte, sich am Nachmittag des Vortages das Leben zu nehmen. Dann fiel ihm ganz zufällig die Biographie von Mutter Teresa in die Hand. Da er nichts anderes zu tun hatte, begann er, sie zu lesen. Und noch während des Lesens fing er an, nach und nach wieder Interesse am Leben zu finden, und als er das Buch zu Ende gelesen hatte, beschloss er, sein Leben nochmals neu zu beginnen. Das christliche Beispiel dieser Frau, die ihm bis dahin unbekannt gewesen war, brachte ihn zurück zu Gott.

Heilige Maria, Mutter der Kirche, hilf mir, auch ein Instrument zu sein, das Seelen „einfängt“ für deinen Sohn.

George Boronat
ipraywiththegospel.org
(übersetzt aus dem Englischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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