Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Gottes Art von Hilfe

Joh 6,16-21 • Als es aber Abend geworden war, gingen seine Jünger zum See hinab, bestiegen ein Boot und fuhren über den See, auf Kafarnaum zu. Es war schon dunkel geworden und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen. Da wurde der See durch einen heftigen Sturm aufgewühlt. Als sie etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie, wie Jesus über den See kam und sich dem Boot näherte; und sie fürchteten sich. Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; fürchtet euch nicht! Sie wollten ihn zu sich in das Boot nehmen, aber schon war das Boot am Ufer, das sie erreichen wollten.

Die Apostel mühen sich ab inmitten eines Sturms und Jesus kommt ihnen zu Hilfe. Wir wissen nicht, was für eine Art von Hilfe sie sich erwartet hatten, aber sicherlich nicht, dass Jesus auf dem Wasser daherkommt! Der hl. Matthäus erklärt in diesem Abschnitt, dass sie dachten, es sei ein Geist. Die fesselnde Gestalt Jesus Christus, dessen Anwesenheit sie so liebten, war in ihrer verängstigten Fantasie zu einem Geist geworden!

Es ist nicht das erste Mal, dass die Hilfe, die Gott sendet, überhaupt nicht erkannt wurde. Als die Israeliten Sklaven der Ägypter waren, sandte Gott Moses zu ihnen, um sie zu befreien. Der Pharao war nicht sehr angetan von dieser Vorstellung und beschloss, sie ein wenig mehr zu peinigen und forderte ein schwereres Arbeitspensum. Daraufhin gingen die Israeliten zu Moses und beschwerten sich: „Du hast uns beim Pharao und seinen Dienern in Verruf gebracht.“ Siehst du? Sie hatten Gott angefleht, sie zu befreien, und als Gott Hilfe sandte, beschwerten sie sich. So oft bitten Menschen Gott um Hilfe, mögen dann aber nicht die ‚Art Hilfe‘, die er anbietet, weil sie sich etwas anderes erwartet hatten.

Während einer Überschwemmung in einem Dorf saß ein Mann auf dem Dach seines Hauses fest, das von Wasser umgeben war. Da kam jemand mit einem Kanu, um ihn zu retten, doch er antwortete: „Oh! Lass nur: Gott wird kommen und mich retten.“ Minuten später kam ein anderer Mann in einem Boot, aber er gab wieder dasselbe zur Antwort. Nach einigen Minuten kam sogar ein Helikopter, aber er sagte dasselbe: „Gott wird kommen und mich retten.“ Schließlich ertrank er und traf Petrus an den Toren des Himmels. Dort beschwerte er sich: „Warum hat mich der Himmel im Stich gelassen?“ Und Petrus entgegnete: „Wie bitte? Wir haben dir ein Kanu, ein Boot und einen Helikopter geschickt!“ Der Mann hatte seinen eigenen Rettungsplan, und Gott hielt sich nicht daran. Wenn Gott kommt, legt er seine eigenen Bedingungen fest. Er weiß, was wir brauchen, wann wir es brauchen, wie wir es brauchen und wie sehr wir es brauchen. Er ist auch unser Vater: Vertrau ihm!

Heilige Maria, Hilfe der Christen, lehre mich, Gottes Hilfe zu erkennen, wann und wie er sie mir anbietet.

George Boronat
ipraywiththegospel.org
(übersetzt aus dem Englischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.