Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Gleich dem Pelikane

Joh 6,44-51 • Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. Bei den Propheten steht geschrieben: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?

In dem wunderschönen Gebet „Adoro te devote“ nennt der heilige Thomas Jesus „pie pellicane“, „süßer Pelikan“. Es handelt sich um ein sehr altes Bild, das von den frühen Christen gezeichnet wurde: Sie stellten Jesus als Pelikan dar, der seine Jungen mit seinem Schnabel füttert. Aus der Ferne betrachtet, scheinen die Jungen die Brust ihres Vaters zu durchbohren. Deshalb nannten diese Männer Jesus einen Pelikan: weil er uns mit seinem Leib ernährt. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.

Was für ein schönes Bild, nicht nur von Christus, sondern auch von der Kirche. Sie ist die Versammlung der Jungen, die sich auf der Suche nach Nahrung um die Brust des süßen Pelikans scharen. Jesus hat einmal gesagt: Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier (Mt 24,28). Pater Bruckberger, Autor von „Die Geschichte Jesu Christi“, schlug eine andere Übersetzung dieser Worte vor: „Wo der Leib ist, da sammeln sich die Adler.“ Auch hier zeigt er die um das eucharistische Brot versammelte Kirche.

Wie dem auch sei, die Eucharistie hält die Kirche auf dieser Erde lebendig und geeint. Ohne die Eucharistie gibt es keine Kirche. Ich wünschte, du wärest ein Apostel der Eucharistie.

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.