Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Es naht das Licht

Heute bleibt der Altar leer und es wird keine Messe gefeiert. Der Karsamstag ist ein stiller Tag. Die Schöpfung ist in Stille. Auch der Himmel ist still; die Engel haben nicht vergessen, was die Menschen – du und ich – gestern mit Jesus gemacht haben. Der Leichnam Christi liegt im Grab und du und ich sitzen voller Trauer an der Seite seines leblosen Körpers. Sein kalter, toter Leib trägt noch immer die Male des intensiven Leidens, jene tödlichen Wunden, die bis in alle Ewigkeit an seinem Leib sichtbar bleiben werden. Sie erinnern die Menschheit an den Preis für unsere Sünden. Betrachte auf seinem ruhigen Gesicht die Verletzungen, die er erlitten hat, um unsere Sünden zu tilgen. Betrachte die Spuren der Schläge, die er erhalten hat, um unsere gefallene Natur in sein Bild umzugestalten. Betrachte auf seinem Rücken die Abdrücke der Peitsche, die er ertragen hat, um das Gewicht der Sünde zu beseitigen, die auf unseren Schultern lastet. Sieh diese Hände, die fest an einen Baum genagelt waren, für uns; die Male in den Füßen, die auf der Erde wandelten und Hoffnung gaben.

Seine Jünger weinen in einer dunklen Ecke Jerusalems und wagen nicht zu hoffen. Ihr Meister ist tot. Ihre Hoffnungen sind tot. Ihre Träume sind vorbei. Der Mensch, dem sie folgten, derjenige, den sie liebten, ist jetzt kalt und steif. Jesus ist tot. Wir möchten sie gerne daran erinnern, dass der Karsamstag vorbei ist. Der Karsamstag war nur „einmal“ und ist nun vorbei. Der Ostersonntag ist gekommen und der Tote ist jetzt lebendig. Er wird nie wieder sterben! Allen Christen, die heute noch in einem ewigen „Karsamstag“ leben, entmutigt und ohne Hoffnung, können wir verkünden, dass Jesus getötet wurde, aber nicht mehr tot ist. Und der Tabernakel ist kein Grab. Jesus lebt!

Aber heute bleiben wir bei unserer Mutter. Noch immer voller Trauer, wenn sie sich an die Passion ihres Sohnes erinnert, ist unsere Mutter dennoch gelassen: sie hat Hoffnung. Sie erinnert sich an die Verheißung der Auferstehung. Sie lehrt uns, zu vertrauen. Mit ihr halten wir den Leib ihres göttlichen Sohnes in unseren Armen. „Mit der Wärme meines Herzens will ich Christus, seinem erstarrten, kalten Leichnam, ganz nahe sein … Mit meinen Sühneakten und Abtötungen will ich ihn vom Kreuz abnehmen … Mit dem Linnen eines reinen Lebens will ich ihn einhüllen. In meine Brust will ich ihn einschließen; in ihr soll er wie in einem lebenden Felsen geborgen sein, und niemand kann ihn mir entreißen. Ich will zu ihm sagen: Ruhe dich aus, Herr! Auch wenn alle dich verlassen und verachten …, serviam! – ich will dir dienen, Herr.“ (hl. Josefmaria)

George Boronat
ipraywiththegospel.org
(übersetzt aus dem Englischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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