Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Erfüllung

Joh 6,35-40 • Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt gesehen und doch glaubt ihr nicht. Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen; denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Das aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern dass ich sie auferwecke am Jüngsten Tag. Denn das ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, das ewige Leben hat und dass ich ihn auferwecke am Jüngsten Tag.

Der Vater hat Jesus eine Mission anvertraut: dass er „keinen von denen, die der Vater ihm gegeben hat, zugrunde gehen lasse“. Nicht eine einzige Seele sollte verloren gehen. Alle sind dazu bestimmt, mit ihm am Ende der Zeit aufzuerstehen. Jesus selbst sagt: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Niemanden, der zu ihm kommt …, aber sie müssen kommen. Bis zum heutigen Tag kommen manche nicht zu ihm; manche laufen sogar vor ihm davon, wenn er sie in seine Nähe bringen will. Sie wollen gerettet werden, aber nicht unbedingt. Sie wollen in den Himmel kommen, aber nur ‚irgendwie‘ oder ‚mehr oder weniger‘. Es fehlt ihnen an Entschlossenheit.

Sie beten so, wie der hl. Augustinus betete, als er jung war. Obwohl er keinen Wunsch verspürte, auf sein sinnliches und sündhaftes Leben zu verzichten, wusste er, dass er sich ändern musste. Er erklärte in seinen Bekenntnissen, wie er beten wollte: „Herr, gib mir Keuschheit und Enthaltsamkeit, aber noch nicht jetzt.“ Der Herr brauchte ihn für eine wichtige Mission. Viele Seelen hingen von Augustinus ab und davon, dass er den Willen des Vaters erfüllte. So gewährte ihm Gott die Gnade der Bekehrung, als er 31 Jahre alt war.

Nach seiner Bekehrung arbeitete er unermüdlich im Dienst Gottes. Er machte die Verspätung wieder gut, indem er sich selbst dazu brachte, den Willen Gottes zu tun. Doch wenn er auf sein früheres Leben zurückschaute und darüber nachdachte, wie lange er Jesus hatte warten lassen, bis er ihm nachfolgte, schrieb er dieses schöne Gebet: „Spät habe ich dich geliebt, du Schönheit, ewig alt und ewig neu, spät habe ich dich geliebt! Und sieh, bei mir drin warst du, und ich lief hinaus und suchte draußen dich. Du warst bei mir, und ich war nicht bei dir. Du blitztest, strahltest und verjagtest meine Blindheit. Du duftetest, und ich trank deinen Duft und atme nun in dir. Gekostet hab ich dich, nun hungre ich nach dir und dürste. Und du berührtest mich, ich aber glühte in Sehnsucht auf, in Sehnsucht nach deinem Frieden.“ Heilige Maria, unsere Hoffnung, hilf mir, dass ich Gott nie auf die Erfüllung seines Willens warten lasse.

George Boronat
ipraywiththegospel.org
(übersetzt aus dem Englischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.