Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Einsamkeit und Vertrautheit

Lk 8,19-21 • Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu Jesus; sie konnten jedoch wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun.

„Wenn ich nur zur Zeit Christi in Israel gelebt hätte, wenn ich nur sein Gesicht hätte sehen können!“ Es tut mir leid, dass ich dich enttäuschen muss, aber die meisten von denen, die den Herrn sehen wollten, gingen leer aus. Die Menschenmenge, die ihn umgab, war so groß, dass nicht einmal die heiligste Jungfrau in die Nähe ihres Sohnes gelangen konnte.

Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm; sie konnten jedoch wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Glaubst du wirklich, dass es dir besser gegangen wäre als ihr? Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob ich in dieser Zeit in Israel hätte leben wollen.

Doch irgendwann kehrten die verängstigten Menschenmassen um. Und Jesus ging allein zum Kreuz hinauf. Dann konnte die Gottesmutter vordringen und den Sohn trösten, den alle verachteten. Das ist ihr Moment, und das ist auch der meine: das Kreuz.

Und der Tabernakel: Jesus ist so allein im Tabernakel! Wie am Kreuz wird dich niemand stören, niemand wird dir diese Intimität rauben. Begleite ihn dort, besuche täglich das Allerheiligste Sakrament. Deine Augen werden sich noch nach dem Antlitz des Herrn sehnen, aber deine Seele, die Jesus in der Hostie sieht, wird sich mit der Hoffnung auf den Himmel trösten. Gesegnet und angebetet sind alle Tabernakel der Welt und ihre Stille.

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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