Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Ein süßer Schmerz

Lk 19,41-44 • Als Jesus näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was Frieden bringt. Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es werden Tage über dich kommen, in denen deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich einschließen und von allen Seiten bedrängen. Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein in dir auf dem andern lassen, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.

Es ist bewegend – sehr bewegend – Jesus zu sehen, wie er untröstlich über die Fehler seines Volkes weint. Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was Frieden bringt. Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen.

Von diesem Berg aus, der ein offener Balkon in Richtung Jerusalem ist, sah Christus die Folgen der Sünden jener Menschen, und da er die Qualen von Gethsemane voraussah, sah er das Unglück: Denn es werden Tage über dich kommen, in denen … sie dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein in dir auf dem andern lassen werden. Können wir kalt bleiben, während Jesus weint?

Aber mehr als das… Weinen wir, wenn wir Jesus weinen sehen? Oder mehr noch: weinen wir seine eigenen Tränen? Empfinden wir Schmerz über die Sünden der Menschen um uns herum? Tun wir Buße für diejenigen, die nicht glauben? Haben wir wirklich einen Eifer für die Seelen?

Der Eifer für die Seelen ist ein Schmerz, ein intensiver und süßer Schmerz, der uns für die Seelen leiden lässt, die fern von Gott leben. Dieser heilige Schmerz hat in der Kirche Apostel, Evangelisten und Märtyrer hervorgebracht.

Vielleicht zieht es dich nicht an, um einen Schmerz zu bitten… Aber du musst darum bitten, denn viele Seelen brauchen dich, um die Tränen Christi für sie zu weinen und sich ihnen, bewegt durch deinen Eifer, zu nähern, um ihnen seine Liebe zu bringen.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

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