Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Der Lehrstuhl Gottes

Lk 14,1.7-11 • Und es geschah: Jesus kam an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen. Da beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, erzählte er ihnen ein Gleichnis. Er sagte zu ihnen: Wenn du von jemandem zu einer Hochzeit eingeladen bist, nimm nicht den Ehrenplatz ein! Denn es könnte ein anderer von ihm eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Vielmehr, wenn du eingeladen bist, geh hin und nimm den untersten Platz ein, damit dein Gastgeber zu dir kommt und sagt: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Es ist Samstag. Und in enger Verbundenheit mit der Muttergottes meditieren wir in Stille über das Leiden und Sterben des Herrn, das wir gestern betrachtet haben. Samstage sollten marianische und stille Tage sein.

Wenn du eingeladen bist, geh hin und nimm den untersten Platz ein, damit dein Gastgeber zu dir kommt und sagt: Mein Freund, rück weiter hinauf!

Vom Geist gerufen, der jahrhundertelang aus der Heiligen Schrift rief, kam der Sohn Gottes zum Totenmahl dieser elenden Welt. Er wollte arm geboren werden, in einem Stall, umgeben von Tieren und von der Welt ignoriert. Aber er hatte nicht genug. Er suchte den letzten Ort und fand ihn auf Golgatha. Geschmäht, beschimpft, verhöhnt und gegeißelt, legte er sich ans Kreuz, als säße er auf dem Lehrstuhl Gottes.

Heute sind wir still. Die Muttergottes schweigt, und wir beten. Das Gleichnis hat sich noch nicht erfüllt. Deshalb warten wir. Derselbe Geist, der den Herrn eingeladen hat, wird ihn aufsuchen und zu ihm sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Und Christus wird auferstehen, dem Geist nach lebendig gemacht (1 Petr 3,18).

Wir tragen Maria unsere Wünsche vor: Wir wollen in die Fußstapfen Jesu treten, der uns nun zu seinem Festmahl einlädt. Und wir würden gerne an seiner Seite sitzen.

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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