Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Der Schmerz der Liebe

Joh 19,25-27 • Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Die Schmerzensmutter ist die Jungfrau der Liebe. Denn ihr Schmerz ist der Schmerz der Liebe. Jeder, der wirklich liebt, weiß, dass die Liebe in diesem Leben immer in Tränen gebadet ist. Nur im Himmel werden wir lieben, ohne zu leiden.

Es ist die Liebe der Gottesmutter zu ihrem Sohn, die sie dazu bringt, seine Leiden zu teilen. Nicht jeder liebt Jesus auf diese Weise. Diejenigen, die nur um ihres eigenen Vorteils willen zu Jesus kommen, leiden mehr für sich selbst als für den Herrn. Er bittet ihn: „Jesus, erlöse mich von diesem Schmerz“, und es ist sein eigener Schmerz, den er erleidet.

Aber wer Christus wirklich liebt, muss bereit sein, seine Leiden zu teilen, so wie die Gottesmutter sie geteilt hat. Diese auserwählten Seelen haben keine eigenen Schmerzen mehr; ihre Wunden sind die des Herrn, ihre Einsamkeit ist die des Kreuzes Christi, ihr Hunger und Durst gehören Christus.

In ihnen erfüllt sich das Wort des heiligen Paulus: Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Ich ergänze in meinem irdischen Leben, was an den Bedrängnissen Christi noch fehlt an seinem Leib, der die Kirche ist (Kol 1,24). Es gibt keinen vergleichbaren Schmerz. Es ist ein süßer Schmerz, sehr süß. Gegen nichts in der Welt würde man ihn eintauschen. 

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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