Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Der Lärm und das Gute

Lk 17,20-25 • Als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es! oder: Dort ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. Er sagte zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, in denen ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu sehen; doch ihr werdet ihn nicht sehen. Und man wird zu euch sagen: Siehe, dort ist er! Siehe, hier ist er! Geht nicht hin und lauft nicht hinterher! Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.

Man sagt: „Das Gute macht keinen Lärm, und der Lärm tut nicht gut.“ Das ist wahr. Ein Hitzkopf, der flucht und herumschreit, macht mehr Lärm als hundert Mönche, die in Stille beten. Wenn der Hitzkopf dann auch noch eine Pistole in der Hand hält, wird das in der Presse für Schlagzeilen sorgen. Wenn die hundert Mönche sich selbst heiligen, wird niemand etwas davon erfahren.

Ich weiß nicht, warum es Leute gibt, die meinen, das Gute müsse Lärm machen. Sie wollen große Inszenierungen, teure Werbekampagnen, ausgeklügelte Marketingstrategien. Sie sagen, es sei nicht fair, dass die „Guten“ im Verborgenen bleiben, und sie würden gerne den Kampf des Lärms gegen das Böse gewinnen. Aber wenn sie ihn gewonnen haben – wenn sie ihn denn gewinnen – werden sie dann immer noch so „gut“ sein, wenn sie nicht mehr still sind? Der Lärm ist ebenso voller Lügen wie die Stille voller Wahrheit ist.

Ich würde ihnen raten, zu warten. Wenn Jesus wiederkommt, wird das Gute Lärm machen: Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen.

Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden. Überlasst daher den Lärm vorerst den Bösen und nehmt Zuflucht zum Kreuz. Von dort aus wird die Erde in der Stille erlöst. Die Seelen werden nicht mit einem Feuerwerk gerettet.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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