Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Der Gedanke an den Tod

Lk 18,1-8 • Jesus sagte ihnen durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten: In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange Zeit nicht. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; weil mich diese Witwe aber nicht in Ruhe lässt, will ich ihr Recht verschaffen. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht. Der Herr aber sprach: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern bei ihnen zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?

Die Besessenheit vom Tod führt zum Wahnsinn. Der heitere Gedanke an den Tod sorgt für Vernunft. Die Unkenntnis des Todes führt zu Torheit.

Der Christ ist nicht besessen vom Tod, denn er ist bereits „besessen“, und zwar von Christus. Doch der Christ rechnet mit dem Tod, er denkt an ihn und sieht ihm ins Gesicht, wie einer, der auf das Tor des Hauses blickt, in dem seine Pilgerreise endet.

Es ist wahr, es ist beängstigend, warum sollte man es leugnen? Wenn Christus selbst im Schweiße seines Angesichts in den Tod ging, was erwarten wir dann? Aber das Zittern bleibt im Körper, weil der Körper hinter dieser Tür nichts sieht, und das Nichts ist beängstigend. Die durch den Glauben erleuchtete Seele aber sieht hinter dieser Schwelle ein wunderbares Licht. Es ist das Licht der liebenden Arme Gottes, die den Christen erwarten, um ihn ins Paradies zu geleiten.

Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?

Wenn Jesus kommt, um mich nachhause zu holen, möchte ich, dass er mich voller Glauben findet. Deshalb muss ich aus dem Glauben leben. Das ist der beste Weg, um sicherzustellen, dass ich mit Glauben sterbe. Und nicht nur mit Glauben, sondern auch mit Hoffnung. Ich würde gerne voller Liebe sterben.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

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