Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Dein Diener oder dein König?

Joh 6,22-29 • Am nächsten Tag stand die Menge am anderen Ufer des Sees; sie hatten gesehen, dass nur ein Boot dort gewesen war und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein abgefahren waren. Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird! Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Heute beginnt die umstrittenste Rede des Herrn: die Rede vom Brot des Lebens. Am Ende werden wir sehen, wie die Zuhörer empört weggehen und beschließen, Jesus nicht länger nachzufolgen. Nach dieser Rede stand Christus praktisch ohne Jünger da.

Um das Drama zu verstehen, muss man die Personen kennen. Diese Juden wollten Jesus nach der Vermehrung der Brote und Fische zum König machen. Und als sie ihn nun finden, fragen sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Morgen werden sie ihn arrogant ansprechen: Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du?

Wollten sie ihn nicht zum König machen? Ein König wird nicht zur Rechenschaft gezogen; es ist der König, der seine Untertanen zur Rechenschaft zieht… Aber sie wollten Jesus nicht erhöhen, um sich ihm zu unterwerfen, sondern um ihn zu lenken; sie wollten einen König, der ihren Launen dient. Wie sollten sie aus dem, der Brote und Fische vermehrt, nicht einen König machen! Es ist die beste Investition zur Steigerung des Bruttoinlandsprodukts in Israel.

Das passiert vielen: Christus ist ihr König, wenn er tut, was sie von ihm verlangen. Und wenn etwas schief geht, ziehen sie ihn zur Rechenschaft. Aber sie haben nicht bedacht, dass, wenn Christus ihr König ist, sie es sind, die ihm Gehorsam schulden.

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.