Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Das verborgene Gesicht des Mondes

Lk 15,1-10 • Alle Zöllner und Sünder kamen zu ihm, um ihn zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen. Da erzählte er ihnen dieses Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war! Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr nötig haben. Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das Haus und sucht sorgfältig, bis sie die Drachme findet? Und wenn sie diese gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte! Ebenso, sage ich euch, herrscht bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.

Wenn sich ein Sünder bekehrt, leuchtet die dunkle Seite des Mondes.

Die dunkle Seite des Mondes ist ein Ort, an dem noch nie die Sonne geschienen hat. Sie kennt keinen Tag, keine Farben, keine Wärme, kein Morgenrot. Aber wenn der Mond sich umdrehen und der Sonne sein verborgenes Gesicht zeigen würde, wäre die Sonne froh, das zu erhellen, was die Dunkelheit verbirgt, und das, was immer dunkel war, würde mit Licht erfüllt werden.

Ebenso wird im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr nötig haben.

Wer mit dem Rücken zu Gott lebt, lebt im Schatten, denn seine Augen fliehen vor dem Licht. Seine Seele ist voller Kummer, obwohl sein Mund lacht und sein Herz trunken ist. Wenn er sich aber eines Tages auf den Rat eines guten Freundes hin umdreht und sich erleuchten lässt, freuen sich die Engel im Himmel darüber, dass seine Seele, die in der Finsternis lag, erleuchtet wurde. Und der Sünder, der von diesem Licht, das die göttliche Liebe ist, liebkost wird, wird von einer Freude erfüllt, die er nie zuvor erlebt hat.

Niemand wurde geschaffen, um auf der dunklen Seite des Mondes zu leben.

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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