Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Das Netz und das Ufer

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Du wachst am Morgen auf und dein Denken setzt sich in Bewegung. Wie ein Netz, das vom Boot der Seele aus ausgeworfen wird, taucht es in das Leben ein und beginnt, alles einzusammeln, was es findet. Die Sorgen, die du am Vorabend zusammengefaltet neben deiner Kleidung abgelegt hast, sind das Erste, was du aufgreifst. Der Tag geht weiter, und alles ist in Unruhe: Du hast Gott im Sinn, aber wie kannst du diese vernichtende Bemerkung, die dich verletzt hat, oder diese Sorge um ein Kind vergessen? Bis die Zeit für das Gebet gekommen ist.

Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg.

Am Ufer des Tabernakels setzt du dich hin und sortierst die Fische. Sorgen, Ängste, Leiden… All das nimmst du aus der Seele und legst es dem Herrn zu Füßen. Ihn selbst aber bewahrst du im Korb deines Herzens und den Korb verschließt du ganz fest. Du willst ihn nicht verlieren.

Deine Seele wird sich langsam langsam wieder mit allem anderen füllen. Solange du aber nicht aufhörst, das Ufer zu besuchen, wird das Netz sich immer wieder leeren und der Korb füllen. Alles geht gut.

Wie schwer ist es doch, zu leben, ohne zu beten!

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

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