Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Das Haus und die Höhle

Lk 19,45-48 • Dann ging Jesus in den Tempel und begann, die Händler hinauszutreiben. Er sagte zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht. Er lehrte täglich im Tempel. Die Hohepriester, die Schriftgelehrten und die Ersten im Volk aber suchten ihn umzubringen. Sie wussten jedoch nicht, was sie machen sollten, denn das ganze Volk hing an ihm, um ihn zu hören.

Wer betet, sucht Gott; der Räuber sucht seine Beute. Zu Hause ruht der Mensch und empfängt die Liebe, in der Höhle versteckt sich der Räuber und heckt Böses aus.

Es steht geschrieben: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.

Geh in deine Seele. Was findest du dort vor? Wie sind deine Gedanken? Sprichst du in deinem Inneren mit Gott, oder befindest du dich in einem ständigen Monolog? Seelen mit innerem Leben denken nicht nur. Sie beten. Ihre Gedanken sind in der zweiten Person formuliert. Anstatt zu denken: „Ich werde jetzt nach Hause gehen“, beten sie: „Lass uns nach Hause gehen, Herr.“ Deshalb sind sie auch nie allein. Der „denkende Mensch“ hingegen überlegt mit sich selbst, was für ihn gut ist. Er ist wie der Räuber, er sucht seine Beute. Aber er ist allein.

Ist deine Seele ein Zuhause? Ist da jemand, der auf dich wartet, wenn du eintrittst? Begegnest du dem Heiligen Geist und erfreust du dich an dem Feuer, das er in deinem Herzen entfacht hat? Ruhst du mit ihm in dir? Seelen mit innerem Leben tragen ihr Zuhause in sich. Der Räuber hat jedoch eine kalte Seele. Sein Schweigen ist keine Ruhe, sondern Betrug, Feigheit und Verheimlichung. Wenn er in sich geht, versteckt er sich immer.

Was hast du in deinem Inneren: einen Tempel oder eine Höhle?

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

Weitere Beiträge

Menü schließen