Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Besser ohne Kaffee

Mk 1,29-39 • Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkünde; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Der Kaffee ist überbewertet. Manche sagen, dass man kein Mensch ist, wenn man keinen Kaffee getrunken hat. Aber Jesus hat keinen Kaffee getrunken, und er war den ganzen Tag ein Mensch. Wenn man aufwacht, ist das Gehirn noch im Schlaf, während der Körper schon wach ist. Der Kaffee weckt es auf. Aber ohne Kaffee kommt das Gehirn erst nach einer Stunde in Schwung. In dieser Zeit hast du keine Lust zu denken oder zu reden. Aber du kannst schauen und lieben.

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Deshalb bete ich am liebsten gleich nach dem Aufstehen, nach der notwendigen Morgentoilette und vor dem Kaffeetrinken. Denn zu dieser Tageszeit ist es mir lieber, wenn mein Gehirn schläft. Ich will nicht denken, ich will nicht reden, ich will nur schauen und lieben. Ich öffne die Kirche, einige Leute kommen herein, wir grüßen uns nicht, wir reden nicht miteinander. Wir sitzen in einigem Abstand vor dem Tabernakel und schauen einfach nur hin. Und indem wir schauen, lieben wir und werden geliebt. Wenn wir Kaffee getrunken haben würden, wäre das ein Wortschwall, der in den Tabernakel geworfen würde. Aber stattdessen empfängt der Herr Blicke wie Pfeile und die Seelen empfangen Lichter wie Küsse.

J. Fernando Rey Ballesteros
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(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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