Im Zwiegespräch

Täglich beten mit dem Wort Gottes

Antwort einer eifersüchtigen Frau

Joh 17,20-26 • Ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast. Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt. Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und ich in ihnen bin.

Eine Frau, die als Kind im Atheismus aufgewachsen ist, schrieb mir: „Ich könnte diesen Jesus, von dem Sie so sprechen, nicht lieben. Ich könnte es nicht ertragen, dass jemand, den ich so leidenschaftlich liebe, auch von Millionen von anderen Frauen geliebt wird.“

Ich habe die Antwort verstanden. Diese Frau hatte keinen anderen Bezugspunkt als die Liebe, die sie für ihren Mann empfand. Und sie konnte es nicht ertragen, dass ihr Mann von Millionen von Frauen geliebt wurde. Man muss Christus begegnen und ihn lieben, um zu verstehen, dass die Liebe zu Christus und die Vertrautheit mit ihm eine solche Explosion der Freude in der Seele hervorruft, dass der Christ sie mitteilen muss; und dass er bei der Weitergabe dieser Freude diese Vertrautheit nicht verliert.

Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan …, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist. Wenn schon Christus selbst die Vertrautheit mit seinem Vater mitteilen muss, wie viel mehr muss der Christ die Liebe Christi für alle sichtbar machen.

Es fällt mir schwer, diejenigen zu verstehen, die zwar behaupten, eine innige Liebe zu Jesus erreicht zu haben, diese aber für sich behalten wollen. Wenn man mit ihnen über das Apostolat spricht, scheint es so, als würde man sie einladen, den Everest auf den Knien zu besteigen. Ich glaube nicht an diese Art von Vertrautheit. Ich halte das für billige Sentimentalität.

J. Fernando Rey Ballesteros
www.espiritualidaddigital.com
(Übersetzung aus dem Spanischen)

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten.

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